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Museum

Chronik unseres Museumsvereins

Anlässlich des 25 jährigen Bestehens des Museumsvereins berichtet Dr. Hans-Joachim Köhler über den Werdegang unseres Museums.

"Mir kommt die Ehre zu, Ihnen nochmals kurz den Werdegang des Museumsvereins und seines Museums „Schiff“ in den letzten 25 Jahren in Erinnerung zu rufen.

Nachdem die Modistin Sophie Rüscher 1978 testamentarisch ihr Haus an der Fischergasse Nr. 14 samt Inhalt, bestehend aus antiken Möbeln und Bildern der Stadt “für ein Museum“ vermacht hatte und die Stadt selbst eine umfangreiche Sammlung von Waffen, Bildern und Münzen besass, kam die Idee auf, dies alles in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die vom Stadtrat zunächst eingesetzte Museumskommission kam zum Schluss, dass das Vorhaben auf eine breitere Basis gestellt werden sollte und empfahl die Gründung eines Vereins. Die Hauptinitianten waren damals Alfred Kuratle, Erwin Rehmann und Sebastian Speich.

So wurde dann am 18 September 1978 im Hotel Adler der Museumsverein mit bereits knapp 100 Mitgliedern aus der Taufe gehoben. Hauptaufgabe war nun die Suche nach einem geeigneten Lokal, die Klärung der Finanzierung und die Werbung von Mitgliedern, was übrigens 1994 mit 519 Personen seinen Höchststand erreichte.

Hier ist noch zu erwähnen, dass unser Verein grenzüberschreitend aktiv ist, womit die jahrhunderte lange gemeinsame Geschichte logischerweise fortgesetzt wird. So kommen unsere Mitglieder, der Vorstand und das Aufsichtspersonal von beiden Seiten des Rheins und auch die Themenwahl unserer Wechselausstellungen trägt dem Rechnung. Daneben sind wir alle ehrenamtlich tätig.

Zurück zur weiteren Entwicklung. Bald konnte die Liegenschaft „Schiff“ als geeignet ins Auge gefasst werden. Für den Kauf und erste Renovationen war ein zinsloses Darlehen seitens der Einwohnergemeinde genehmigt worden, jedoch wurde dagegen das Referendum ergriffen.

Die anschliessende Urnenabstimmung ging mit 3 Stimmen mehr sehr knapp zu Gunsten des Museums aus. Ich nehme an, dass die damaligen Gegner heute ihre Meinung geändert haben.

Nach dem Kauf konnte man die Renovation mit viel Eigenleistung beginnen. Im Juni 1981 fand dann ein 3 tägiges Museumfest statt, das einerseits einen Beitrag an die Kosten bringen sollte und andererseits bereits die erste Museumsausstellung begleitete: Es waren Leihgaben aus anderen Aargauer Museen. Gleichzeitig wurde die Klubschule Migros und das Restaurant „Schiff“ eröffnet.

Dies alles war nur möglich dank grosszügiger Spenden von Privaten und Firmen, Beiträgen von Bund, Kanton, Gemeinde und zinsgünstigen Darlehen seitens EGL und KWL. Dies erlaubte auch, die für Laufenburg einmaligen Fassadenmalereien zu erhalten und zu renovieren.

Das „Schiff“ beherbergt heute neben dem Museum das Restaurant mit integrierter Zunftstube der Narro - Altfischerzunft sowie, nachdem 1997 die Klubschule Migros leider ihr Engagement in Laufenburg beendet hatte, das Lokal der Fasnachtsgesellschaft „Salmfänger“ im ausgebauten Keller.

Soweit zur Liegenschaft und nun zum Ausstellungskonzept. Von Anfang an war vorgesehen, einerseits den Fundus der Stadt mehr oder weniger permanent zur Schau zu stellen und andererseits Wechselausstellungen mit regional wichtigen Themen zu präsentieren. Dazu gesellten sich später kurzfristige Sonderausstellungen wie z.B. die von Carolo Müller, Louis Saugy oder Guido Schreiber. Die ersten 4 Wechselausstellungen erfolgten im Abstand von ca. 6 Monaten, was bald als zu aufwändig und kostenträchtig erkannt wurde. Man kam bald auf einen Rhythmus von einer Ausstellung pro Jahr. Dafür wurden die Begleitbroschüren immer umfangreicher. Während bei den ersten beiden Ausstellungen keine Broschüre ausgegeben wurde, entwickelten sie sich von einer 14 seitigen, kurzen Beschreibung der Ausstellung- natürlich selbst kopiert und geheftet- zu wissenschaftlichen Hintergrundinformationen von bis zu über 100 Seiten.

Ich möchte nicht auf alle Ausstellungen eingehen, aber doch einige Highlights erwähnen: So waren die beiden Ausstellungen „Brücken, Fähren, Furten“ und „ Maria Theresia und Josef II“ mit jeweils über 7500 Besuchern die bisherigen Spitzenreiter, Zahlen von denen wir heute nur träumen können, ist doch das allgemeine Interesse an Museen leider eher rückläufig. Bei der genannten Ausstellung „Maria Theresia“ sprach Otto von Habsburg im Roten Löwen. Seine Rede wurde per Lautsprecher auf den Marktplatz übertragen, um die rund 700 Zuhörer zu erreichen und am letzten Tag dieser Ausstellung wurden allein 382 Besucher im Museum gezählt.

Ähnlich erfolgreich war ein Vortrag des Basler Professors Meyer, der anlässlich der Ausstellung „Burgen, Türme, Tore“ im Parterresaal referierte. Laufend mussten neue Stühle herbeigeschleppt werden.

Auch die Ausstellung „Woher, wohin, Völker, Menschen bei uns“, ist mir noch gut in Erinnerung. Erstens war es die mit 24 Mitgliedern grösste Arbeitsgruppe, zweitens waren kurz vor der Ausstellungseröffnung noch einige Lücken und bei der Vernissage im Roten Löwen wartete ich als neu gewählter Präsident krampfhaft auf einen spanischen Musiker, der sich verspätet hatte. Er hiess übrigens Jesus.

Im Rahmen dieser Ausstellung fand dann anlässlich der Hela ein wunderschönes Vielvölker-Fest mit kulinarischen Spezialitäten und Tanzvorführungen statt.

Grossen Anklang fand auch der 1989 von uns organisierte Flössermarsch von Laufenburg nach Stilli, der heute im Rahmen des Projektes „Dreiklang“ wieder an Aktualität gewonnen hat.


Besonders stolz waren wir auch, dass wir von der Berliner und Dresdner Nationalgalerie jeweils ein Laufenburger Gemälde des berühmten Hans Thoma für die Ausstellung „Laufenburg in Bildern“ erhielten.

Nicht nur solche Ereignisse und hohe Besucherzahlen spornen uns immer wieder an, es sind auch Kommentare in unserem Gästebuch; So hiess es 1994 „Voller Erstaunen sehe ich das interessante Museum und das alles in Privatinitiative. Donnerwetter, weiter so!!!

Natürlich gab es auch hin und wieder Enttäuschungen: So wurde im gleichen Jahr als wir die Ausstellung „100 Jahre Eisenbahnlinie Koblenz –Laufenburg - Stein“ zeigten, die Strecke Laufenburg- Koblenz für den Personenverkehr stillgelegt und am Tag der Vernissage der Ausstellung „Hafner, Töpfer, Ziegelbrenner“ die sich mit keramischen Erzeugnissen befasste, wurde die Schliessung der KERA -Werke Laufenburg bekannt gegeben.

Etwas Enttäuschend war für uns auch die Ausstellung „Tonspuren“, die anlässlich des 75 Todestages von Hermann Suter gezeigt worden war. Trotz Beizug von Balser Spezialisten für Museologie bei der Planung und Gestaltung konnten wir nicht einmal 2000 Besucher zählen. Dafür fanden die beiden Aufführungen von „Le Laudi“ in der Kirche St Johann vor vollbesetzten Bänken statt. Soweit zu den Ausstellungen.

Was unsere Exponate betrifft, so haben wir zum ursprünglichen Fundus der Stadt und von Sophie Rüscher, dank der Spendenfreudigkeit vieler Laufenburger und Laufenburgerinnen, aber auch auswärtiger Bürger, viele interessante, aber auch skurrile Objekte erhalten, z.B. eine Ledernähmaschine, ein Körbchen aus einem Gürteltier, eine Kloschüssel von den KERA- Werken. Die Inventarisierung und objektgerechte Lagerung der Gegenstände ist derzeit neben der Gestaltung von Ausstellungen ein Hauptanliegen unseres Vereins. Es gäbe noch viele interessante Details zu berichten, aber ich möchte zum Schluss kommen. Vor allem aber möchte ich allen danken, die irgendwie zum Funktionieren des Museums beitragen, das sind Leihgeber, Donatoren, Sponsoren, Aufsichtspersonen, Vereinsmitglieder, Vorstandsmitglieder, Ausstellungsgruppen, all diesen ein herzliches Dankeschön und Ihnen danke ich für Ihre Aufmerksamkeit."




















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