Objekt des Monats
Januar 2026
Löhndorfs Pfeife
Maiskolbenpfeife von Ernst Löhndorff (1899 – 1975), Hersteller „Missouri Meerschaum Company“, 14 cm Länge
Ernst Löhndorff (1899 – 1976) war ein Abenteurer, Lebenskünstler und Schriftsteller, der 36 Romane veröffentlichte und eine Millionenauflage erreichte. 1939 liess er sich in Laufenburg/Baden nieder und wohnte im ,,Rebstock", seit Anfang 1945 im Haus Mariagrün. Am 25. Juli 1976, als ihm gegen Abend im Rathaus das Bundesverdienstkreuz überreicht werden sollte, erlitt er einen Schlaganfall und starb am 16. März 1976 im Alter von 77 Jahren in einem Waldshuter Pflegeheim. Ernst Löhndorff wurde - seinem Wunsch entsprechend – in Laufenburg/Schweiz beerdigt.
Der Museumsverein konnte im vergangenen Jahr ein Konvolut aus Briefen und Postkarten übernehmen, die Ernst Löhndorff seinem Freund Willy Roos in Trier geschrieben hat. Die Korrespondenz reicht von den 60er Jahren bis zum Tod des Schriftstellers 1975.
Eigentlich war der Stern des einstigen Erfolgsautors zu Beginn dieser Freundschaft bereits am Verblassen. In den 60er Jahren erschienen noch die beiden Romane „Gelbe Hölle am Jangtsekiang“ (1965) und „Der Vogel Cockaburra“ (1966). Gleichzeitig litt Löhndorff immer mehr unter materieller Not und so hat sein Freund aus Trier ab und zu Geld oder ein Paket nach Laufenburg geschickt. Der Autor dankte ihm die Aufmerksamkeit unter anderem mit einigen seiner selbstgemalten Bilder und einem Souvenir aus dem fernen Indien.
Im Trierer Konvolut war die vorliegende Pfeife enthalten. Solche Maikolbenpfeifen grenzen sich von anderen Pfeifentypen dadurch ab, dass sie sehr robust sind und sich leicht reinigen lassen. Seine Festigkeit bekommt das pflanzliche Material durch eine Ummantelung mit einer Tonschicht. Die Firma „Missouri Meerschaum Company“ hat ihren Sitz in Amerika und existiert bis heute.