Objekt des Monats
November 2023

Eidg. Netz-maschen-messer
Hölzchen zum Messen der Maschengrösse von Fischernetzen, 8cm
Dieses Hölzchen half den Fischern bei der Herstellung von Netzen, die gewünschte Maschengrösse von zwei oder drei Zentimetern einzuhalten.Die Fischer am Hochrhein verfügten über verschiedene Fangmethoden, die sich über Jahrhunderte bewährten. Dabei spielten diverse Netzarten eine Rolle. Es gab feste Einrichtungen mit Netzen am Rheinufer wie die Schnell- und Reizbähren oder die imposanten Salmenwoogen.
Beim Schöpfbähren handelt es sich um die heute noch gebräuchlichen waagerechten quadratischen Schöpfnetze an einer langen, festinstallierten, kranartigen Stange, die aufgeholt werden, sobald sich grössere Fische an der stromberuhigten Stelle über dem Netz versammelt haben.
Sehr alt war die Methode, den Fischen mit dem Weidling nachzustellen. Dazu benötigte man etwa das seit dem Mittelalter in den Akten belegte Stanggarn, das an den Innenseiten zweier Weidlinge an Stangen befestigt wurde. Die Boote fuhren auseinander, spannten dadurch das Garn und glitten so den Rhein hinunter. Die rheinaufwärts schwimmenden Fische verwickelten sich im Geflecht.
Das gewaltige 36 - 48 Meter lange und 3½ Meter hohe Lachsgarn eignete sich in Flussbezirken mit flachen Kiesflächen oder glatten Felsplatten. Es bestand aus drei Garnwänden, von denen das innere (sog. «Ingarn») engmaschig, die äussern dagegen weitmaschig waren.
Tatsächlich bestand am Hochrhein eine ganz spezifische Fischerei, von der bis heute nur noch wenige überlieferte Objekte wie das vorliegende Messhölzchen zeugen.