Objekt des Monats
Februar 2023

Teetasse mit Sieb
Kera-Werke Laufenburg
Was zunächst banal erscheint, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Rarität. Auf der Tasse klebt noch die Etikette der Firma.Die Laufenburger Keramikfabrik nahm ihre Produktion von sanitären Apparaten 1933 auf. Schon bald danach kam die Herstellung von Haushaltsgeschirr aus Hartsteingut dazu. In den 50er und 60er Jahren erreichte die Produktion ihren Höhepunkt.
1971 schloss sich die Keramische Industrie in Laufen mit den Kera-Werken Laufenburg zur Keramik-Holding AG Laufen zusammen und entwickelte sich mit damals 17 Produktionsgesellschaften zur bedeutenden Herstellergruppe der Grob- und Feinkeramischen Industrie.
Für die Kera war das der Anfang vom Ende.
Die sanitären Anlagen gelangten von da an unter der einheitlichen Markenbezeichnung „Laufen“ im In- und Ausland in den Verkauf. Mit sechs Millionen Franken wurden von 1971 bis 1974 die technischen Anlagen erneuert, verbessert und teilweise ausgebaut. Als es 1975 zum Zusammenbruch der Baukonjunktur kam, gab es eine Periode der Kurzarbeit. 1975 wurde schliesslich die unrentabel gewordene Geschirrproduktion eingestellt. Billige Importware überschwemmte die Schweiz und die Fabrik schenkte das restlich vorhandene Geschirr den Erdbebengeschädigten im norditalienischen Friaul.
Somit kann die Datierung der Teetasse auf die Zeit vor 1975 eingeschränkt werden.