Objekt des Monats
März 2023

Ein Brief von Hans Thoma an Adolf Döbele
Vor einigen Woche kamen über eine Schenkung ein paar Bilder ins Museum. Dabei war ein gerahmter Brief, dessen Absender zunächst nicht zu erkennen war. Doch schon bald wurde ersichtlich, dass es sich um einen Brief des Malers Hans Thoma (1839-1924) an Adolf Döbele (1884-1966) handelte.In der von der Stadt Laufenburg Baden 2022 herausgegebenen Broschüre "25 Personen der Stadtgeschichte in Laufenburger Strassennamen" schreiben die beiden Autoren Hartin Blümcke und Franz Schwendemann folgendes: "Nachdem durch den Bau des Kraftwerks in Laufenburg (1908 - 1914) die Naturschönheit des Laufens verschwunden war, hatte der aus Rhina stammende Gymnasialprofessor Adolf Döbele den Gedanken, Hans Thoma um seine Meinung zu diesem Verlust zu fragen. Aus Karlsruhe erhielt er Ende Januar 1923 zur Antwort: "Wenn man als 84-Jähriger so vieles, was einem erhaltenswert erscheint, hat verabschieden müssen, so kümmert man sich nicht mehr um Einzelnes, besonders wenn man weiß, daß nichts mehr zu ändern ist, daß man auch den Laufenburger Fall der Zeit überlassen muß; die Natur harmonisiert in aller Stille alle Wundmale, welche die Menschen der Mutter Erde beigebracht haben. ( ... ) Wenn wir in x-hundert Jahren am Rhein uns treffen, werden wir sagen: Wie schön ist doch Laufenburg."
Alfred Döbele erlebte und erlitt beide Weltkriege. Im ersten Weltkrieg wurde er verwundet, im zweiten kam er nur knapp bei einem Bombenangriff in Pforzheim, wohin er versetzt wurde, mit dem Leben davon. 1945 nach Kriegsende marschierte der mutige Mann mit einem Rucksack in sechs Tagen von Pforzheim heim nach Laufenburg zu seiner Frau.