Objekt des Monats
April 2023

Teetisch aus dem „Schlössle“
Runde Tischplatte aus dem ehemaligen Teehaus des „Schlössle“ in Laufenburg Baden
Schenkung
Inv. Nummer 2374
Durchmesser: 39.5 cm
Höhe 1.5 cm, Holz
Zwischen der Heilig-Geist-Kirche und dem Stadtteil Berg in Laufenburg Baden liegt inmitten einer Parkanlage ein
Gebäude, das der Volksmund das Laufenburger „Schlössle" nennt. Dort oben stand einst die Oftringer Burg, deren Ruine noch auf alten Stichen zu sehen ist.
Der Kaufmann Karl Joseph Brentano erbte um 1850 von seinen Grosslaufenburger Verwandten das Oftringer Lehen. Einst ein Rebberg war das Gelände zu einem Baum- und Krautgarten umgestaltet worden. Nach seinem Tode verkaufte die Witwe Fanny Brentano 1864 den Garten an den Basler Bankier Emanuel La Roche, der sich hier eine Villa als Sommersitz bauen liess.
1883 erwarb ein Herr Allossée aus Paris das Anwesen und erweiterte es. Schliesslich kam es in amerikanische Hände.
Von der Lage und der Sicht auf die Stromschnellen begeistert, kaufte das reiche Ehepaar Codman aus Boston das Grundstück und das Gebäude im Jahr 1894 für 48'000 DM. Herr Codman starb bald danach. Seine Witwe baute die Villa um und den Umschwung nach ihrem Geschmack aus.
Zum Park gehörte ein Teehaus, aus dem die vorliegende Tischplatte stammt.
Die „Schlössle-Madame", wie sie liebevoll von ihren Laufenburgern genannt wurde, bewohnte das "Schlössle" bis zu ihrem Tode am 9. August 1929. Sie gilt bis heute als grosse Wohltäterin der Stadt.