Objekt des Monats
Mai 2023


Ein Ehepaar aus der Oberschicht
Öl auf Leinwand, Franz Joseph Menteler (1777-1833), 68 x 64 cm
Die beiden im März 2023 vom Museumsverein erworbenen Bilder zeigen ein Ehepaar. Franz Joseph Menteler hat Xaver Meyer (1751-1816), von Beruf Färber, im Jahr 1809 auf der Leinwand festgehalten. Auf dem im gleichen Jahr entstandenen Gegenstück sehen wir seine Ehefrau Magdalena Meyer, geb. Broglin von Säckingen (1751-1823).Xaver und Magdalena Meyer gehörten damals zu einer kleinen vermögenden Oberschicht in Laufenburg. Das Paar hatte 16 Kinder.
Das ehemalige Wohnhaus, Wasengasse 46, ist noch erhalten. Sie erwarben es 1790 vom Maurer Xaver Ritter. Die daneben liegende Scheune, Haus Nr. 45, war eine der wenigen Scheunen im Umfeld der Oberen Wasengasse. Sie gehörte dem Ratsherr Jakob Xaver Brentano und kam 1783 in den Besitz der Familie Meyer.
Die Färberei Meyers bestand bis 1855 und befand sich schräg gegenüber auf der heute mit einem klassizistischen Wohnhaus überbauten Areal (Wasengasse 98). Bei den zwei Vorgängerbauten handelte es sich einerseits um ein grösseres dreigeschossiges Haus und ein baufälliges zweigeschossiges Wohnhaus aus Mauer- und Fachwerk.
Es scheint sich um einen grossen Familienbetrieb gehandelt zu haben, denn bei der Gebäudeerfassung anlässlich der Stadttrennung um 1802 zeigt sich, dass mit der Färberei eine Gerberei in Kleinlaufenburg verbunden war. Der Gerber – der ebenfalls Xaver Meyer hiess – besass ein Wohnhaus, ein „Rintschenhaus“ (Rindenhaus) und ein „Gerbhaus“. Der Eintrag verweist darauf, dass das „Farbhaus“ und das „Feuerwerk“ in der Grossstadt lagen. (Döbele Chronik Laufenburg Baden, 1931).
Ein Nachfahre, «Staatszoller» Joseph Meyer, liess das stattliche Haus, das wir noch heute an der Wasengasse 98 finden 1857 an der Stelle der Färberei errichten. Er scheint sich mit dem Neubau übernommen zu haben, denn dieser ging 1860 an die Ersparniskasse Laufenburg über.