Objekt des Monats
November 2025

Arbeiter posieren bei der Nepomuksäule
Fotografie, 14 x 9 cm, 1911
Der Architekt und Ingenieur der Laufenburger Brücke, Robert Maillart, ist einer der einflussreichsten Ingenieure des 20. Jahrhunderts. Er entwickelt den Stahlbetonbau massgeblich mit und schuf weltbekannte Konstruktionen wie die Salginatobelbrücke. Während dem Kraftwerksbau erhielt er den Auftrag zum Bau einer neuen Brücke in Laufenburg, welche direkt neben der bestehenden errichtet wurde. Am 15. Januar 1912 wurde die neue für den Verkehr freigegeben und anschliessend die alte abgebrochen.
Der Sandstein-Nepomuk von der abgerissenen Brücke steht heute stark beschädigt unter dem Bogen bei der Treppe, die von der Burgmattstrasse zur Kirche hinauf führt. Dass dieser Heilige einst farbig gefasst war, ist nur noch auf Fotos, die ein Restaurator vor Jahrzehnten gemacht hat, ersichtlich.
Die Notwendigkeit, die neue Brücke durch den heiligen Nepomuk zu schützen, griff Maillard konsequent auf und integrierte eine vielschichtig sinntragende Säule trutzig und übergangslos in das Bauwerk.
Nach 70 Jahren musste die Brücke renoviert werden, um der zunehmenden Dauerbelastung des Grenzverkehrs stand zu halten. Die Nepomuksäule konnte jedoch dem damaligen Kulturverständnis nicht standhalten und die Brückenrenovation bot Gelegenheit diese durch einen "richtigen" Nepomuk, wenngleich auch aus Kunststein, auszutauschen. Heute steht die Maillart-Säule am linken Rheinufer in der Codman-Anlage und ihre Geschichte ist beinahe vergessen.