menue icon

Objekt des Monats

Dezember 2025

VaseDez2025


Terra Sigillata Keramik aus Frick

Henkelvase. Hergestellt von der kunstkeramischen Abteilung des Dachziegelwerkes Frick zwischen 1938 und 1950. Durchmesser 11.5 cm, Höhe 12 cm, Terra Sigillata Keramik


Das Dachziegelwerk Frick wurde 1904 als mechanische Ziegelei gegründet und 1906 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie produzierte Biberschwanz-, Falzziegel und Backsteine. Nach schwierigen Jahren während des 1. Weltkriegs übernahm die Familie Keller aus Pfungen die Aktienmehrheit. Mit dem Ausbau zu einer Grossziegelei wurde das Werk zu einem der modernsten in Europa

Die kunstkeramische Abteilung (1938-1983)
Im Jahr 1939 richtete man während der Schweizerischen Landesausstellung in der Firma eine kleine Werkstatt mit einem elektrischen Brennofen ein und beschäftigte dort einen Töpfer. In der Anfangsphase produzierte die Kunstkeramikabteilung Terra Sigillata-Gefässe nach antiken Vorbildern.
Der Begriff bezeichnet einen Keramiktyp, den die Römer gegen Ende des 1. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung in Arezzo (Italien) entwickelt hatten. Er stammt allerdings vom bayerischen Kunsttöpfer Karl Fischer, der sich das Terra Sigillata-Verfahren 1906 patentieren liess. Dieses Patent wurde vom Dachziegelwerk erworben. 1941 bezogen die Kunsthandwerker im Firmengelände ein eigenes Gebäude, das mit einer Tonaufbereitung, elektrischen Öfen und Töpferscheiben für einen Personalbestand von fünf bis zehn Personen eingerichtet war.

Herstellung der Tonwaren
Wenn die Gefässe auf der Töpferscheibe gedreht waren, folgte das Abdrehen im angetrockneten Zustand, z.B. das Verfeinern der Ware und die Vervollständigung mit Henkeln und Ausgüssen. Mit Schlingen, Sticheln und anderen Werkzeugen wurden die Stücke in diesem lederharten Zustand von Hand mit geometrischen Mustern, figürlichen Motiven und Schriftzügen dekoriert. Dies erforderte ein grosses Mass an zeichnerischem Können, Vorstellungskraft und Routine.
Schlussendlich erhielten Terra Sigillata-Gefässe den typischen glattwandigen Glanzton-Überzug, die Engobe. Hierzu tauchte man sie in sehr fein geschlämmten Ton. Die Farbe des Überzugs variiert zwischen dunkel- und orangerot, Sie ist abhängig vom Eisengehalt des Tones und den verschiedenen Oxidationsstufen des Eisens im gebrannten Ton.
Das Brennen erfolgte erst, wenn die Stücke ganz trocken waren.

Ab 1970 bekam das Dachziegelwerk Frick den Namen „Tonwaren Keller AG“. Die kunstkeramische Abteilung stellte ihre Produktion 13 Jahre später ein. Im Mai 2024 war in den Zeitungen zu lesen, dass die Kubrix AG, ehemals Tonwerke Keller AG, ihre Tore schliesst. Als ausschlaggebende Faktoren für den Entscheid wurden die ungenügende Auslastung der Produktion in Frick sowie die stark gestiegenen Energiekosten angegeben.
menue icon

Adresse

Museum Schiff Laufenburg
Fluhgasse 156
5080 Laufenburg
info@museum-schiff.ch

Info Schweiz

Tourist-Info
Laufenplatz
CH-5080 Laufenburg
Telefon +41 62 874 44 55
www.laufenburg-tourismus.ch

Info Deutschland

Tourist-Info
Hauptstrasse 26
D-79725 Laufenburg
Telefon +49 7763 806 141
www.laufenburg-tourismus.com

Öffnungszeiten

Bis zur Wiedereröffnung 2027 bleibt das Museum geschlossen.
Einzelne Inhalte werden von Dritten (z.B. Microsoft, Vimeo oder YouTube) bereit gestellt. Diese können Cookies auf Ihrem Computer platzieren und personenbezogene Daten mit weiteren Daten auch ausserhalb des Geltungsbereiches der DSGVO zusammenführen. Durch Ihren Klick auf "Ich stimme zu." stimmen Sie dieser Verwendung zu. Ihre Einstellung wird dann mit einem Cookie einen Monat lang auf Ihrem Computer gespeichert. Weitere Informationen in unserer Datenschutzerklärung. Datenschutzerklärung | Impressum