Objekt des Monats
Juli 2025

Ehrenmeldung für einen 12-jährigen Militärschützen
Anerkennungskarte von Emil Kahl(geb. 1909) für gute Leistung im Armbrustschiessen, ausgestellt von der Militärschützengesellschaft Laufenburg am 8. Juli 1921, 11.5 x 16.5 cm, Chromolithographie
Der Feldschützenverein Laufenburg formierte sich in der zweiten Hälfte des Jahres 1870 als Folge des Deutsch-Französischen Krieges. Man setzte sich die Pflege des feldmässigen, militärischen Schiessens zum Hauptziel. Solche Gesellschaften erhielten vom Bund Beiträge, aber nur für Mitglieder, die mit der Ordonnanzwaffe schossen. Das waren die sogenannten „Muss-Schützen“. Diese Unterstützung vom Militär führte in den Schützenvereinen zu Streitigkeiten. 1889 traten deshalb in Laufenburg 10 „Muss-Schützen“ aus dem Verein der Feldschützen aus, um die Militärschützengesellschaft zu gründen. Sie waren der Meinung, dass sie ihre militärischen Interessen im Feldschützenverein nicht ausreichend verwirklichen konnten. Die Militärschützengesellschaften rekrutierten ihre Mitglieder vor allem aus Arbeiterkreisen und finanziell schwächeren Bevölkerungsschichten.
Die vorliegende Anerkennungskarte der Militärschützengesellschaft wurde am 8. Juli 1921 für eine gute Leistung im Armbrustschiessen dem 12-jährigen Emil Kahl abgegeben. Er war der Sohn des gleichnamigen Zolleinehmers auf dem Zollamt Laufenburg (Lebensdaten: 1882 - 1938). Emil Kahl junior scheint ein begeisterter Schütze gewesen zu sein, denn er besass mehrere Schiessauszeichnungen.
Am linken Kartenrand ist das Tell-Denkmal in Altdorf zu sehen. Der Rahmen ist mit Eichen- und Lorbeerblättern, Edelweiss und Schweizerkreuzen verziert. Die Karte wurde bei A. Niederhäuser in Grenchen als Lithografie gedruckt.