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Objekt des Monats

August 2025

Kerze_VonAlten


Von Fritz von Alten bemalte Kerze

Kerze aus der Kerzenfabrik Jeco mit dem Sujet des Musikers Brahms, bemalt vom Kunstmaler Fritz von Alten (1904 – 1970), Höhe 13 cm, 6,5 cm Durchmesser.


Die Kerzenfabrik Jeco in Sisseln wurde von Erich Scholl, seinem Bruder Richard Scholl und von Herrn Jegge aus Sisseln gegründet.
Das Gebäude, das nach dem Brand wieder renoviert wurde, existiert noch heute, direkt an der Hauptstrasse Sisseln – Stein auf der linken Seite. Es stand lange alleine, bis die Basler Chemie dort einen Standort aufbaute und ringsum grosse Bauten entstanden. Die ehemalige Kerzenfabrik war dann lange eine Art Portierhaus der Ciba-Geigy. Das Gebäude wirkt heute klein, fast nicht sichtbar wegen der Sträucher und Büsche.
Eine Tochter aus der Familie von Erich Scholl, die die Firma als Kind kannte und sich noch gut an diese Zeit erinnert, erzählt: „Die Verzierungen machten Frauen aus der Umgebung, sie hatten sich alles selbst beigebracht. Es gab viele Motive, vor allem zur Weihnachtszeit waren dreidimensionale auf die Kerzen aufgetragene Bilder von Krippen aus ganz zartem dünnem Wachs beliebt. Ich erinnere mich an den Hauptraum mit grossen Fenstern. In der Mitte standen zusammengeschobene Tische, drum herum sassen die Frauen, konzentriert, aber auch plaudernd. Ich war sehr gerne dort, es war immer eine fröhliche Stimmung. Ohnehin im ganzen Gebäude schwebte der Duft nach Wachs, das war wunderbar.
Die Firma Brogle war die Konkurrenzfirma zu Jeco. Da mache man sich Gedanken und fragte sich: Wer hat die Nase vorn…?
Eines Tages gab es in der Fabrik einen Brand. Nach dem Unglück gingen wir in das Untergeschoss des Gebäudes, wo sich das Lager befand und die Bereitstellung für den Versand war. Dort gab es Regale voller Schachteln mit Kerzen. Sie sahen beinahe unversehrt aus, kein Russ, keine Brandspuren. Doch beim Öffnen der Schachteln lagen bloss noch die Dochte drin. Das Wachs war verschwunden, es gab kaum Fettrückstände. Es sah so aus, als ob es immer nur die Dochte in den Schachteln gegeben hätte. Ich erinnere mich noch an unseren Schock, als wir die vermeintlich unversehrten Kerzen anschauen wollten. Die Hitze im Gebäude muss gewaltig gewesen sein, die Aussenmauern seien dadurch um einige Zentimeter verschoben gewesen. Dies passierte aufgrund des brennenden Wachses in den Fabrikationsräumen und durch die sich entwickelnde Hitze. Die Firma hat sich von diesem immensen Schaden nicht mehr erholt.“
Die vorliegende Kerze wurde vom Künstler Fritz von Alten mit der Darstellung des Musikers Brahms verziert. Seine Anerkennung als Maler liess lange auf sich warten und er war froh um jeden Auftrag – etwa die Bemalung von Kerzen.
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